Spitalberatung Schweiz · Ambulantisierung

Ambulante Transformation für Schweizer Spitäler.Aus der operativen Umsetzung.Nicht aus der Theorie.

TARDOC, ambulante Pauschalen und EFAS stellen Tarif- und Finanzierungslogik der Schweizer Spitäler innerhalb weniger Jahre neu auf. Wir helfen Spitälern, daraus wirtschaftlich tragfähige ambulante Strukturen aufzubauen — von der Spitalstrategie bis zur Betriebsführung im Spitalalltag.

Mit operativer Verantwortung aus Deutschland und mit einem Schweizer Beirat, der die Systemlogik der Schweiz aus Klinikführung und Spitalverbandsarbeit von innen kennt.

Tarifrealität seit 2026
TARDOC & Pauschalen
«Ambulant vor Stationär»
19 Eingriffsgruppen
Ambulante Konsultationen 2016–2023
+30,6 %
Vom Reformdruck zum Betrieb
  1. 1

    Heute

    Tarifumstellung, Verlagerungsdruck, offene Fragen zum Leistungsauftrag

  2. 2

    Ambulante Potenziale

    Leistungsspektrum und Tarifwirkung des eigenen Spitals sichtbar machen

  3. 3

    Tragfähige Struktur

    Versorgungspfade, Ambulatorium und Flächen darauf ausrichten

  4. 4

    Wirtschaftlicher Betrieb

    Betriebsführung und Kennzahlen im Spitalalltag verankern

Warum jetzt

Vier Treiber zur gleichen Zeit.

Die Herausforderung besteht nicht darin, einzelne Tarife zu verstehen, sondern das Spital organisatorisch darauf auszurichten.

  1. TARDOC ersetzt TARMED als Einzelleistungstarif.

    Leistungserfassung, Dokumentation und Taxpunkt-Logik müssen neu gedacht werden.

  2. Ambulante Pauschalen ergänzen TARDOC zum Gesamttarifsystem.

    Ressourcenintensive Behandlungen brauchen kalkulierte Pfade statt gewachsener Abläufe.

  3. «Ambulant vor Stationär» wächst weiter.

    Verlagerung ist bei vielen elektiven Eingriffen Teil des Versorgungsauftrags geworden.

  4. EFAS verändert ab 2028 die Finanzierungslogik.

    Sektorübergreifende Steuerung gewinnt an Bedeutung — ambulant und stationär gemeinsam.

Reformdruck

Was die Reformen für den Spitalbetrieb bedeuten.

Schweizer Spitäler navigieren durch eine mehrjährige Neuordnung, in der Tariffragen, Finanzierungslogiken, Versorgungsstrukturen und Standortentscheidungen ineinandergreifen.

Das ambulante Gesamttarifsystem

Seit Anfang 2026 bilden TARDOC und die ambulanten Pauschalen gemeinsam das ambulante Gesamttarifsystem und lösen TARMED ab. Je Behandlung kommt jeweils eines der beiden Systeme zur Anwendung — entweder der Einzelleistungstarif TARDOC oder eine ambulante Pauschale.

Konsequenz für das Spital

Für das Spital verändern sich damit Steuerungslogik, Dokumentation und Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. Wer ambulante Leistungen kostendeckend erbringen will, muss beide Abrechnungslogiken beherrschen und seine Versorgungspfade darauf auslegen.

«Ambulant vor Stationär»

Die AvS-Regelungen werden auf Bundes- und Kantonsebene laufend weiterentwickelt. Die Bundesliste umfasst seit Anfang 2026 19 Eingriffsgruppen. Mehrere Kantone führen darüber hinaus eigene, weitergehende Listen.

Konsequenz für das Spital

Die ambulante Durchführung gehört bei vielen elektiven Eingriffen zum Versorgungsauftrag. Spitäler müssen ihr Leistungsportfolio kantonsspezifisch prüfen und ambulante Kapazitäten verlässlich bereitstellen.

EFAS ab 2028

Mit der einheitlichen Finanzierung von ambulanten und stationären Leistungen verändert EFAS die Finanzierungslogik zwischen den Sektoren. EFAS ist beschlossen und tritt ab 2028 stufenweise in Kraft.

Konsequenz für das Spital

Wie sich EFAS auf das einzelne Spital auswirkt, lässt sich heute erst abschätzen und muss sich in der Praxis zeigen. Die Richtung ist aber klar. Ambulant und stationär werden künftig nach derselben Logik finanziert und sektorübergreifende Steuerung gewinnt an Gewicht. Wer heute über Leistungsauftrag, Portfolio und Investitionen entscheidet, sollte diese Logik bereits mitdenken.

Ambulante Leistungserbringung wächst

Die ambulanten Konsultationen in Schweizer Spitälern sind von 2016 bis 2023 von 18,3 auf 23,9 Millionen gestiegen (BFS). Der Wandel ist längst im Gang, unabhängig von der Tarifreform.

Konsequenz für das Spital

Wo ambulante Leistungen zunehmen, verändert sich die Erlöslogik grundlegend: Der Versorgungsauftrag bleibt, die Finanzierung folgt neuen Regeln. Ohne belastbare Kalkulation entsteht Volumen ohne Deckung.

Druck auf die Spitalfinanzen

Nur etwa jedes achte Schweizer Spital ist profitabel genug, um Infrastruktur und neue Versorgungsmodelle nachhaltig zu finanzieren. Die EBITDAR-Marge der Akutspitäler lag 2024 bei 6,8 % und damit klar unter der Zielmarke von 10 % (PwC Spitalstudie 2025).

Konsequenz für das Spital

Die Ausgangslage unterscheidet sich von Haus zu Haus, die Anforderung bleibt gleich. Ambulante Vorhaben müssen von Anfang an sauber gerechnet sein, weil sie über die künftige Investitionsfähigkeit mitentscheiden.

Ambulatorium als Strukturfrage

Verlagerte Eingriffe brauchen einen Ort: ein Ambulatorium oder klar getrennte ambulante Bereiche innerhalb des Spitals — organisatorisch, räumlich und in der Führung eigenständig.

Konsequenz für das Spital

Ambulante Versorgung im stationären Takt zu betreiben, kostet Deckungsbeitrag. Entscheidend ist, ambulante Abläufe wirklich zu entkoppeln, statt sie als verkürzte stationäre Prozesse zu führen.

Spitäler, die diesen Wandel gestalten wollen, brauchen Partner, die Ambulantisierung aus der Umsetzung heraus verstehen und wissen, wie Tariflogik, kantonale Versorgung und Reformdynamik im Spitalalltag zusammenwirken.

Erfahrung in der Umsetzung

Viele Häuser, viele Wege, ein eigenes Konzept.

Wir haben Häuser sehr unterschiedlicher Prägung begleitet: Notaufnahmen, Operationszentren, Ärztehäuser, grosse Universitätskliniken. Dabei sind ganz unterschiedliche Konzepte entstanden, weil jedes Haus anders organisiert ist und anderes braucht.

Ein fertiges Rezept gab es dabei nie. Jedes Konzept entsteht aus der Analyse des einzelnen Hauses, seiner Ausgangslage, der geltenden Tariflogik, der verfügbaren Mittel und der Zeithorizonte, in denen Veränderung wirken soll.

Im Schweizer Spitalwesen verschieben sich diese Grundlagen gerade spürbar. Neue Tarifstrukturen und eine veränderte Finanzierungslogik stellen etablierte Planungen in Frage. Für die schweizerischen Tarifgrundlagen arbeiten wir deshalb mit unserem Schweizer Beirat, der diese Logik aus eigener Führungsverantwortung in Kliniken und im Spitalverband kennt.

Beispiele aus unserem deutschen Kontext: Quick-Check OP, Kardiologie und Katheterlabor sowie unsere Fachbeiträge im Blog.

Vier Bausteine, ein Konzept

Diese Faktoren analysieren wir für jedes Haus. Daraus entsteht die individuelle Lösung.

AusgangssituationArt, Grösse und Leistungsspektrum des Hauses
TariflogikTARDOC und ambulante Pauschalen, EFAS, kantonale Vorgaben
Mittel und PersonalWas finanziell und personell tragbar ist
ZeithorizonteKurzfristige Wirkung, langfristige Tragfähigkeit
Ergebnis

Ihr Zielbild und Betriebskonzept

Individuell für Ihr Haus entwickelt. Vieles wirkt schon in Prozessen und Organisation, bauliche Schritte kommen dazu, wenn sie sich lohnen.

Warum RINKE+HENSSLER

Wie aus ambulanter Strategie tragfähige Struktur wird.

Wir arbeiten an Versorgungspfaden, Betriebsorganisation und Wirtschaftlichkeit — von der Potenzialanalyse bis zum laufenden Betrieb des Ambulatoriums.

Betreibererfahrung statt Konzeptberatung

Wir haben selbst im OP gestanden, Kliniken geleitet und ambulante Einrichtungen geführt. Was wir empfehlen, haben wir in operativer Verantwortung erlebt.

Umsetzungserfahrung statt Strategiepapier

Unsere Arbeit endet nicht mit dem Konzept. Wir bleiben dabei, bis Versorgungspfade, Betriebsführung und Kennzahlen im Spitalalltag tragen.

Schweizer Einordnung im Team

Unser Beirat sorgt für strategisches Sparring und die Einordnung in die Schweizer Spitallandschaft. Im Projektteam ergänzt eine Beraterin diesen Blick. Ihr Studium an der ZHAW und das Leben im Kanton Zürich über mehrere Jahre verbinden sie mit dem Land.

Leistungen

Was Ihr Spital am Ende in der Hand hat.

Wir bearbeiten ambulante Versorgung als Struktur- und Betriebsfrage: ambulante Prozesse, Betriebsorganisation und Wirtschaftlichkeit. Jedes Mandat endet mit Ergebnissen, mit denen die Spitalleitung entscheiden kann.

01

Ambulante Potenziale bestimmen

Welche Leistungen lassen sich am eigenen Standort ambulant erbringen und was bedeutet das für Portfolio, Leistungsauftrag und Spitalstrategie?

Ihr konkreter Nutzen

  • Potenzialanalyse je Fachgebiet
  • Priorisierte Verlagerungsliste
  • Entscheidungsvorlage
02

Ambulante Wirtschaftlichkeit berechnen

Was bedeuten TARDOC, ambulante Pauschalen und EFAS für die Erlöse des eigenen Spitals? Wir rechnen es durch, inklusive Taxpunktwert-Szenarien.

Ihr konkreter Nutzen

  • Business Case je Szenario
  • Deckungsbeitragsrechnung
  • Sensitivitäten
03

Versorgungspfade und OP-Prozesse ordnen

Ambulante Abläufe, die neben komplexer stationärer Versorgung verlässlich funktionieren: getrennt, standardisiert und steuerbar.

Ihr konkreter Nutzen

  • Soll-Prozesse und Pfade
  • OP-Programmlogik
  • Umsetzungsschritte
04

Ambulatorium und Flächen planen

Funktions- und Flächenkonzepte für Ambulatorien und OP-Bereiche — vom Umbau im Bestand bis zur Neukonzeption.

Ihr konkreter Nutzen

  • Funktions- und Flächenprogramm
  • Varianten mit Bewertung
  • Investitionsrahmen
05

Betriebsmodell und Betriebsführung aufsetzen

Organisationsform, Governance und Führungslogik für eine ambulante Leistungserbringung, die wirtschaftlich tragfähig bleibt.

Ihr konkreter Nutzen

  • Betriebsmodell
  • Kennzahlen-Set
  • Rollen und Verantwortlichkeiten
06

Umsetzung im Spitalalltag begleiten

Vom Zielbild in den Betrieb: Wir bleiben dabei, bis die neuen Abläufe im Alltag tragen, mit klaren Etappen und messbaren Ergebnissen.

Ihr konkreter Nutzen

  • Roadmap mit Etappen
  • Massnahmen-Controlling
  • Wirkungsnachweis
Unser Beirat

Der Schweizer Blick auf jedes Konzept.

Jedes Konzept, das wir für ein Schweizer Spital entwickeln, muss sich an der Eigenlogik des Schweizer Gesundheitswesens messen. Genau dafür haben wir unseren Beirat, ein externes Beratungsgremium der Geschäftsführung. Er prüft unsere Einschätzungen nochmals auf Basis langjähriger Schweizer Erfahrung, bevor sie in Projekte einfliessen.

Schweizer Systemlogik

Vergütungsstruktur, kantonale Unterschiede und Entscheidungswege zwischen Kanton, Verband und Spital, richtig eingeordnet.

Ehrliches Sparring

Annahmen werden geprüft. Der Beirat widerspricht dort, wo unsere Einschätzung nicht zur Schweizer Realität passt.

Netzwerk und Einordnung

Zugang zu Akteuren und Gremien sowie die Fähigkeit, aktuelle Entwicklungen früh und realistisch zu bewerten.

Schweizer Beirat

Markus Rüdisüli — Schweizer Beirat für Ambulantisierung und Spitalstrategie bei RINKE+HENSSLER

Markus Rüdisüli

Ex-CEO und COO Schweizer Kliniken

Rolle
Beiratsmitglied RINKE+HENSSLER
Operative Führung
CEO und COO Schweizer Kliniken
Verbandsarbeit
Ex-Geschäftsführer Spitäler Zentralschweiz
Verwaltungsrat
Mandate im Schweizer Gesundheitswesen
Fachkommissionen
Einsitz in nationalen Gremien
Ausbildung
Gesundheitsökonom

Er weiss aus operativer Verantwortung, was Transformation im Spitalalltag bedeutet.

Langjährige Erfahrung als CEO und COO in der Führung und Restrukturierung Schweizer Kliniken. Er hat das Schweizer Gesundheitswesen aus mehreren Perspektiven erlebt: aus der operativen Gesamtverantwortung einer Klinik, aus der Verbandsarbeit als Geschäftsführer von Spitäler Zentralschweiz und aus der gesundheitspolitischen Interessenvertretung.

Seine Kernkompetenz sind interdisziplinäre Strategie-, Struktur- und Kulturprojekte — von der Konzeption bis in die Umsetzung.

Entscheidend für unsere Zusammenarbeit ist sein Blick auf Ambulantisierung als Finanzierungs-, Struktur- und Umsetzungsfrage — gewachsen aus eigener operativer Verantwortung.

Fachliche Verankerung

Wir prägen die Fachdiskussion mit.

Fachbuch «Ambulante Transformation im OP»

Herausgegeben von den Geschäftsführern Jascha Rinke und Philipp Henssler — Praxiswissen zu Prozessen, Infrastruktur und Management moderner OP-Versorgung (MWV).

Podcast «SO GEHT AMBULANT»

Praktiker aus der Versorgung berichten, was in der Ambulantisierung funktioniert und was nicht — aus Deutschland und der Schweiz, darunter der CEO der Spitäler Schaffhausen.

Podcast anhören

Kongresse und Lehre

Vorträge zu Ambulantisierung, OP-Design und Effizienz sowie Lehraufträge für Gesundheitsökonomie, Betriebswirtschaft und Vergütungssysteme an zwei Hochschulen.

Fachbeiträge und Whitepaper

Regelmässige Publikationen zu Ambulantisierung, OP-Management und Vergütung — als Fachbeiträge und als Whitepaper zum Download.

Mitglied bei · Ausgezeichnet als

DGIV — Deutsche Gesellschaft für Integrierte Versorgung im Gesundheitswesen e.V.Bundesverband Medizinische VersorgungszentrenTop Company 2024, 2025, 2026 – kununu
Ansprechpartner

Ihre Ansprechpartner für die Schweiz.

Der direkte Weg zu uns — ohne Formularschleifen. Schreiben Sie uns oder rufen Sie an, wir melden uns innert kurzer Zeit zurück.

Philipp Henssler, Geschäftsführer bei RINKE+HENSSLER — Ansprechpartner für Spitalberatung Schweiz

Philipp Henssler

Geschäftsführer

Gesundheitsökonom MBA

Alina Thoma, Beraterin bei RINKE+HENSSLER — Ansprechpartner für Spitalberatung Schweiz

Alina Thoma

Beraterin

M.Sc. Pharmaceutical Biotechnology

Aus ihrem Studium an der ZHAW und mehreren Jahren im Kanton Zürich ist ihr die Schweiz aus eigener Erfahrung vertraut.

Standort Zürich

Baslerstrasse 60
8048 Zürich

Dazu Düsseldorf und Kirchheim unter Teck — Projekte in Deutschland und der Schweiz.

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Termin in Zürich vereinbaren
Häufige Fragen

Was Schweizer Spitäler wissen wollen.

Bietet RINKE+HENSSLER Spitalberatung in der Schweiz an?
Ja. Auf Basis fachlicher Gespräche und konkreter Projektansätze bauen wir unsere Beratung für Schweizer Spitäler gezielt aus. Mit der Gründung eines Schweizer Beirats haben wir diesen Weg strukturell verankert. Unsere Umsetzungserfahrung aus der deutschen Ambulantisierung kombinieren wir mit lokaler Einordnung und einem Netzwerk, das die Systemlogik der Schweiz kennt.
Wie unterscheiden sich TARDOC und die ambulanten Pauschalen?
Beide bilden seit 2026 gemeinsam das ambulante Gesamttarifsystem. TARDOC ist der Einzelleistungstarif, der TARMED als Grundlage der ambulanten Abrechnung ersetzt. Die ambulanten Pauschalen vergüten definierte Leistungsgruppen pauschal und standardisieren insbesondere ressourcenintensive Behandlungen. Je Behandlung kommt eines der beiden Systeme zur Anwendung. Für das Spital bedeutet das, dass Dokumentation, Kodierung und Wirtschaftlichkeitsrechnung beide Logiken abbilden müssen.
Wie unterscheiden sich ambulante Pauschalen von SwissDRG?
SwissDRG ist das Fallpauschalensystem für stationäre Behandlungen, die ambulanten Pauschalen gelten für die ambulante Leistungserbringung. Die Logik ist verwandt, beide vergüten definierte Leistungen pauschal. Die Systeme sind aber getrennt und werden unterschiedlich entwickelt und gepflegt. Praktisch relevant wird der Unterschied vor allem bei Verlagerungen. Wandert ein Eingriff vom stationären in den ambulanten Bereich, wechselt er von SwissDRG in die ambulante Tarifwelt, mit anderer Kalkulationsbasis, anderer Dokumentation und anderer Kostenstruktur.
Was bedeutet TARDOC konkret für die Betriebssteuerung eines Spitals?
Die Tarifumstellung ist vor allem eine Betriebsfrage: Leistungserfassung, Dokumentationstiefe, Prozesszeiten und Personaleinsatz wirken direkt auf die Erlöse. Wer ambulante Leistungen kostendeckend erbringen will, braucht kalkulierte Versorgungspfade, belastbare Kennzahlen und ein Controlling, das ambulante und stationäre Erlöslogik sauber trennt.
Wie könnte EFAS die strategische Planung beeinflussen?
Mit EFAS wird die Finanzierungssystematik zwischen ambulanten und stationären Leistungen vereinheitlicht. Die ökonomischen Anreize zwischen den Sektoren dürften sich entsprechend verschieben. EFAS ist beschlossen und tritt ab 2028 stufenweise in Kraft. Standort-, Portfolio- und Investitionsentscheidungen, die heute getroffen werden, wirken damit in eine veränderte Systematik hinein — auch wenn die konkreten Effekte je Spital heute noch nicht abschliessend einzuschätzen sind.
Was bedeutet «Ambulant vor Stationär» für unser Leistungsportfolio?
Bund und Kantone definieren Eingriffsgruppen, die grundsätzlich ambulant zu erbringen sind. Die Bundesliste umfasst seit Anfang 2026 19 Eingriffsgruppen. Mehrere Kantone führen darüber hinaus eigene, weitergehende Listen, weshalb sich die Prüfung immer am eigenen Standortkanton orientieren muss. Die ambulante Durchführung ist bei vielen elektiven Eingriffen zur Erwartung geworden und braucht Kapazitäten, die verlässlich verfügbar sind.
Welche Fachbereiche eignen sich zuerst für eine Ambulantisierung?
In der Praxis beginnen Spitäler meist dort, wo hohe Fallzahlen auf standardisierbare Eingriffe treffen: Orthopädie und Handchirurgie, Ophthalmologie, Gynäkologie, Urologie, Allgemein- und Viszeralchirurgie im elektiven Spektrum sowie interventionelle Bereiche wie die Kardiologie. Entscheidend ist aber weniger die Fachrichtung an sich als die Kombination aus Fallzahl, Standardisierbarkeit, Tarifwirkung und der Frage, ob sich der Ablauf sauber vom stationären Betrieb entkoppeln lässt. Diese Priorisierung erarbeiten wir am konkreten Leistungsspektrum Ihres Spitals.
Wie unterscheiden sich Ambulatorium und ambulantes Zentrum?
Die Begriffe werden oft synonym verwendet, meinen aber unterschiedliche Reifegrade. Als Ambulatorium wird in der Schweiz üblicherweise die spitalambulante Sprechstunden- und Behandlungseinheit bezeichnet — organisatorisch an das Spital angebunden. Ein ambulantes Zentrum geht weiter. Es ist eine eigenständig geführte Einheit mit eigenem Betriebsmodell, eigener Prozesssteuerung und häufig eigener Rechtsform, in der auch operative Eingriffe durchgeführt werden. Für die Praxis entscheidend ist weniger die Bezeichnung als die Frage, wie eigenständig die Einheit in Führung, Personalplanung und Ablaufsteuerung tatsächlich ist.
Welche Auswirkungen kann EFAS auf öffentliche Spitäler haben?
Öffentliche und öffentlich subventionierte Spitäler dürften besonders betroffen sein, weil bei ihnen Versorgungsauftrag, kantonale Finanzierungsbeteiligung und Eigenwirtschaftlichkeit unmittelbar zusammenspielen. Mit EFAS verändert sich die Finanzierungslogik zwischen ambulant und stationär, wodurch sektorübergreifende Steuerung an Bedeutung gewinnt. Verlagerungsentscheidungen lassen sich damit nicht mehr isoliert betriebswirtschaftlich treffen. Sie müssen mit dem kantonalen Leistungsauftrag und der eigenen Investitionsplanung zusammengedacht werden. Die genauen Effekte je Haus sind heute noch nicht abschliessend einzuschätzen.
Welche Kennzahlen sollte ein Spital im Rahmen der Ambulantisierung steuern?
Aus unserer Erfahrung sind es vier Gruppen: erstens Verlagerungskennzahlen (ambulanter Anteil je Eingriffsgruppe, Entwicklung über Zeit), zweitens Prozesskennzahlen (Durchlaufzeit, Wechselzeit, Auslastung der ambulanten Kapazität, Absagequote), drittens Wirtschaftlichkeit (Deckungsbeitrag je Eingriff und je Leistungsgruppe, Kosten pro Fall, Materialintensität), viertens Qualitäts- und Sicherheitsindikatoren (ungeplante Übernachtungen, Wiedereintritte, Komplikationen). Entscheidend ist, diese Zahlen ambulant getrennt vom stationären Betrieb zu führen, sonst verschwindet die ambulante Wirtschaftlichkeit in der Mischkalkulation.
Welche Rolle spielen die Kantone bei der Umsetzung?
Die Kantone spielen eine zentrale Rolle, da sie die Spitalplanung verantworten, Leistungsaufträge erteilen und die AvS-Vorgaben unterschiedlich ausgestalten. Zugleich sind sie an der Finanzierung stationärer Leistungen beteiligt, weshalb Verlagerungen in den ambulanten Bereich auch kantonale Interessen berühren. Eine Ambulantisierungsstrategie muss deshalb zur kantonalen Versorgungsplanung und zum eigenen Leistungsauftrag passen, sonst bleibt sie betriebswirtschaftlich richtig und regulatorisch wirkungslos.
Welche Spitäler profitieren besonders von einer Ambulantisierungsstrategie?
Besonders Häuser mit hohem elektivem Anteil, mit einem OP-Betrieb an der Kapazitätsgrenze oder mit anstehenden Bau- und Investitionsentscheidungen. Ebenso Spitäler, deren Standortrolle im kantonalen Versorgungsgefüge zur Diskussion steht. Dort entscheidet die ambulante Aufstellung mit darüber, welche Leistungen künftig wirtschaftlich am eigenen Standort bleiben.
Wann lohnt sich ein eigenes Ambulatorium?
Das lässt sich nur am konkreten Fall beantworten — entscheidend sind Fallzahlen im verlagerbaren Spektrum, Erlössituation nach neuer Tariflogik, verfügbare Flächen und die Frage, ob ambulante Abläufe wirklich vom stationären Betrieb getrennt werden können. Genau diese Rechnung stellen wir auf, bevor über Bau oder Organisation entschieden wird.
Wie startet ein Projekt mit RINKE+HENSSLER?
Mit einem unverbindlichen Erstgespräch. Darin klären wir Ausgangslage, Zielsetzung und Dringlichkeit. Daraus entsteht ein klar umrissener Auftrag — häufig zunächst eine fokussierte Potenzial- und Wirtschaftlichkeitsanalyse, die als Entscheidungsgrundlage für die Spitalleitung dient.
Wie lange dauert ein Projekt typischerweise?
Eine fokussierte Potenzial- und Wirtschaftlichkeitsanalyse liegt meist im Bereich weniger Wochen. Struktur- und Betriebskonzepte inklusive Flächenplanung brauchen mehrere Monate. Umsetzungsbegleitung erstreckt sich über die Projektlaufzeit hinweg, bewusst in Etappen, damit nach jedem Schritt eine Entscheidung möglich ist.
Brauchen wir bereits eine ambulante Strategie, um zu starten?
Nein. In vielen Fällen ist gerade das der Ausgangspunkt: Es gibt Handlungsdruck, aber noch kein belastbares Zielbild. Wir beginnen dann bei der Ausgangslage — Leistungsspektrum, Tarifwirkung, Kapazitäten — und entwickeln daraus gemeinsam die Strategie.
Arbeitet RINKE+HENSSLER auch mit öffentlichen Spitälern?
Ja. Wir arbeiten sowohl mit öffentlich-rechtlichen als auch mit privaten Trägern sowie mit ambulanten Leistungserbringern. Bei öffentlichen Spitälern berücksichtigen wir die spezifischen Rahmenbedingungen — kantonale Eigentümerinteressen, politische Entscheidungswege, Leistungsaufträge und Beschaffungsvorgaben.
Welche Rolle spielt der Schweizer Beirat in konkreten Projekten?
Der Beirat berät die Geschäftsführung von RINKE+HENSSLER — er übernimmt keine operative Rolle im Mandat und hat keine Entscheidungs- oder Kontrollfunktion. Sein Beitrag liegt in strategischer Einordnung, lokalem Sparring und der realistischen Bewertung von Marktentwicklungen. Erstes Mitglied ist Markus Rüdisüli, ehemaliger CEO und COO mehrerer Schweizer Spitäler.

Reden wir über Ihr Spital.Und über den sinnvollsten nächsten Schritt.

Ob Tarifwirkung, ambulante Potenziale, OP-Planung oder Spitalstrategie — in einem ersten Austausch klären wir, wo Ihr Haus heute steht und welche Schritte strategisch und operativ sinnvoll sind. Unverbindlich.

Ihr Ansprechpartner

Philipp Henssler

Geschäftsführer RINKE+HENSSLER GmbH

Philipp Henssler

Zürich · Düsseldorf · Kirchheim unter Teck — Projekte in Deutschland und der Schweiz