Hybrid-DRG: Der Erlös pro Fall sinkt.Wirtschaftlich wird es im Betrieb.Nicht in der Abrechnung.
Im Jahr 2026 umfasst der Hybrid-DRG-Katalog 69 Fallpauschalen für rund 900 Eingriffe — vergütet unabhängig davon, ob ambulant oder mit Übernachtung erbracht. Für Krankenhäuser, die diese Fälle bisher stationär abgerechnet haben, heißt das meist: weniger Erlös je Fall. Für Praxen und MVZ ist das Profil oft umgekehrt. Zurückholen lässt sich der Erlös vor allem über die Stunde — und die entsteht in Aufnahme, Anästhesie, Aufwachraum und Entlassung, nicht im Abrechnungssystem.
- Katalog 2026
- 69 Hybrid-DRG · 904 OPS
- ergEBA, Stand 19.12.2025
- Ehemals stationäre Klinikfälle
- rund ⅔ des früheren Erlöses
- AOK-Analyse, Katalog 2024
- Noch in stationären Strukturen
- 94 % der Häuser
- DKI Krankenhaus Barometer 2025
Erlös je Engpassstunde (indexiert, stationäre DRG = 100)
Stationäre DRG
1 Fall je Engpassstunde
Hybrid-DRG im alten Takt
1 Fall je Engpassstunde
Hybrid-DRG im ambulanten Pfad
1,6 Fälle je Engpassstunde
Annahmen: Erlös je Fall rund ⅔ — AOK-Analyse zu ehemals stationären Krankenhausfällen des Startkatalogs 2024, fall- und hausabhängig. 1,6 Fälle je Stunde ist ein Beispielwert, kein Zielwert. Welche Taktung Ihr Fallmix braucht, um den Deckungsbeitrag zu halten, ist die eigentliche Frage.
Was zählt, ist die Stunde — nicht der Fall.
Den Tarif je korrekt gruppierter Hybrid-DRG können Sie nicht beeinflussen. Fallselektion, Kodierung, fallvariable Kosten und Engpasszeit dagegen schon — im Betrieb.
Ergebnis
Deckungsbeitrag je Engpassstunde
muss steigen
Ausgeschrieben: Deckungsbeitrag je Engpassstunde = (Hybrid-Erlös − fallvariable Kosten) ÷ belegte Engpasszeit. Die Bündelung der Pauschale ist Vorgabe; die Kennzahl ist unsere betriebswirtschaftliche Empfehlung.
Fällt
Erlös pro Fall
Bundeseinheitliche Pauschale, ohne Zusatzentgelte, ohne Wahlrecht. Für ehemals stationäre Klinikfälle im Mittel rund zwei Drittel der alten DRG — fall- und hausabhängig. Für ehemals ambulante Fälle steigt der Erlös.
Trägt
Fälle je Engpassstunde
Die knappe Ressource ist nicht immer der OP: Laborstunde, Endoskopieplatz, oft der Aufwachbereich. Welche begrenzt, ist der erste Punkt, den wir messen.
Wird vergessen
Fallvariable Kosten
Implantate, Material, Anästhesie und Überwachung liegen im Bundle. Wer im alten Verbrauchsmuster operiert, verliert den Deckungsbeitrag, bevor der Fall den Saal verlässt.
Krankenhaus · bisher stationäre DRG
rund ⅔ des früheren Erlöses
Weniger Erlös je Fall bei unveränderter Infrastruktur. Wirtschaftlich wird es nur, wenn der Betrieb dem Vergütungsweg folgt.
Praxis / MVZ · bisher EBM oder AOP-Katalog
meist deutlich mehr je Fall
In der Kardiologie zum Beispiel für die ambulante Koronarangiographie, die 2026 in den Katalog aufgenommen wurde. Die Betriebsfrage ist dort eine andere: Grouperfähigkeit, Abrechnungspfad, Sachkosten im Bundle.
AOK-Analyse (Hentschker et al., MVF 01/2026) zum Startkatalog 2024: ehemals stationäre Klinikfälle im Mittel rund ⅔, ehemalige Krankenhaus-AOP-Fälle rund verdoppelt, vertragsärztliche Ausgaben je Fall +43 %. Für den Katalog 2026 liegen noch keine Abrechnungsdaten vor.
«Wir haben versucht, schneller zu werden.»
Wer im Eingriffsbereich schneller taktet, ohne den Pfad davor und danach umzubauen, erlebt meist dasselbe. Die Zahlen sind Befragungs- und Abrechnungsbefunde; die Deutung darunter ist unsere Einordnung aus dem Betrieb.
der befragten Krankenhäuser haben getrennte Warte- und Überwachungsbereiche.
Befund: DKI 2025
Operative Einordnung R+H
Der Eingriffsraum wartet auf den Aufwachbereich.
der befragten Krankenhäuser erbringen Hybrid-Leistungen in regulären, primär stationären Strukturen.
Befund: DKI 2025
Operative Einordnung R+H
Ambulante Fälle laufen im stationären Takt.
aller betrachteten Fälle des Startkatalogs 2024 waren Hybrid-DRG-Fälle mit Übernachtung im Krankenhaus. Warum die Übernachtung jeweils nötig war, zeigen die Daten nicht.
Befund: AOK-Analyse (Daten 2024)
Operative Einordnung R+H
Hybrid-DRG ändert die Vergütung — nicht automatisch den Versorgungspfad.
der befragten Krankenhäuser haben ein eigenes Kostencontrolling für ambulante Leistungen.
Befund: DKI 2025
Operative Einordnung R+H
Die Kostenstelle kennt kein Ambulant.
Die Pauschale vergütet den Fall unabhängig von der Aufenthaltsdauer. Prämedikation, Verfahren, Überwachung und Dienstplan müssen medizinisch sicher auf kurze, verlässliche Abläufe ausgelegt sein.
Einordnung R+H · DGAI/BDA 2025
Operative Einordnung R+H
Anästhesie auf kurze, planbare Pfade ausrichten.
Kontextfaktoren und Kombinationseingriffe kippen die Zuordnung. Wer erst danach prüft, sieht es auf der Rechnung.
KBV 2026
Operative Einordnung R+H
Der OPS steht im Katalog — der Fall groupiert trotzdem nicht.
Sechs Symptome, eine Ursache: Der Pfad ist noch nicht ambulant gedacht.
Taktung entsteht nicht im Eingriffsraum. Sie entsteht davor und danach.
Ein ambulanter Pfad ist eine Kette. Jedes Glied muss auf Stunden ausgelegt sein, bevor der erste Fall im neuen Takt läuft. Das ist der Vorgriff.
- 1Fall identifizierenGrouperprüfung vor dem Eingriff
- 2Aufnahme & SettingAmbulanter Weg ohne Station
- 3AnästhesieAuf Stunden geplant
- 4EingriffOP · Katheterlabor · Endoskopie
- 5AufwachenEigene Plätze, eigene Verantwortung
- 6Entlassung & NachsorgeKriterien stehen vor dem ersten Fall
- 7Abrechnung & KostenstelleEin Verantwortlicher, eine Kostenstelle
Davor
Hier entsteht die Taktung.
Eingriffsraum
Hier wird meist optimiert.
Danach
Hier geht sie wieder verloren.
- 1
Fall identifizieren
Grouperprüfung vor dem Eingriff
- 2
Aufnahme & Setting
Ambulanter Weg ohne Station
- 3
Anästhesie
Auf Stunden geplant
↑ Davor: hier entsteht die Taktung
- 4
Eingriff
OP · Katheterlabor · Endoskopie
↑ Hier wird meist optimiert
- 5
Aufwachen
Eigene Plätze, eigene Verantwortung
- 6
Entlassung & Nachsorge
Kriterien stehen vor dem ersten Fall
- 7
Abrechnung & Kostenstelle
Ein Verantwortlicher, eine Kostenstelle
↑ Danach: hier geht sie verloren
Wirtschaftlichkeit folgt Patientensicherheit.
Der ambulante Pfad beginnt mit belastbarer Patientenselektion, klaren Ausschluss- und Übernachtungskriterien, standardisierter Prämedikation, gesicherter Nachsorge und einem definierten Eskalationsweg. Erst innerhalb dieses Rahmens werden Taktung und Ressourceneinsatz optimiert — gemessen an ungeplanter Übernachtung, verzögerter Entlassung, Wiedervorstellung und medizinischer Eskalation.
Ein Eingriffstag, acht Stunden (schematisch)
Stationär organisiert
4 Fälle
Ambulanter Pfad
6 Fälle
- Vorbereitung im Saal
- Eingriff (gleiche Dauer)
- Wechsel & Warten auf Aufwachplatz
Annahmen: 30/60/30 Minuten stationär organisiert, 10/60/10 Minuten im ambulanten Pfad. Die Schnitt-Naht-Zeit ist in beiden Zeilen identisch. Zwei Fälle mehr entstehen ausschließlich davor und danach — und nur, wenn Aufwachplatz, Anästhesie und Entlassung mitziehen.
Was außer der Taktung zählt
Mehr Fälle je Stunde sind der größte Hebel — aber nicht der einzige.
Fallselektion
Geeignete Fälle in den kurzen Pfad.
Material & Implantate
Liegen im Bundle — Einkauf gehört in die Kalkulation.
Eigene Kostenstellen
Ambulanten Verbrauch sichtbar machen statt mischen.
Frei werdende Kapazität
Nur ein Gewinn, wenn sie produktiv neu genutzt oder strukturell abgebaut wird.
Welche Ressource in Ihrem Haus wirklich begrenzt, in welcher Reihenfolge Sie umbauen, welche Zielwerte realistisch sind — das ist Projektarbeit. Die Richtung steht hier. Das Wie erarbeiten wir mit Ihnen.
Einmal ganz durchgerechnet: das Herzkatheterlabor.
23 Hybrid-DRG für Koronarinterventionen, Elektrophysiologie, Schrittmacher und ICD — die breiteste Neuaufnahme im Katalog 2026. Für diesen Bereich haben wir jeden Faktor der Gleichung quantifiziert: Erlösdelta je Prozedur, Jahreseffekt, Erlös je Laborstunde, Sachkostenanteil.
Der Rechner ist frei zugänglich; die detaillierten Empfehlungen senden wir Ihnen anschließend per E-Mail.
Ambulantisierungs-Check Kardiologie
Erlösdelta, Jahreseffekt und Erlös je Laborstunde für Ihr Haus — in wenigen Minuten.
Ihr Haus durchrechnenKürzer, ohne Zahlen: Quick-Check Herzkatheterlabor
Was Sie am Ende in der Hand haben.
Nach der Analyse wissen Sie:
- welche Fälle und Fachbereiche wirtschaftlich relevant sind,
- welcher Engpass und welche Kosten den Deckungsbeitrag bestimmen,
- welcher sichere Soll-Pfad und welche Umsetzungsentscheidung daraus folgen.
Hybrid-DRG-Potenzial bestimmen
2026-Grouper-Simulation auf Ihren §-21-Daten und 2027-Potenzialvorschau auf Basis der vereinbarten OPS-Auswahl. Die Erlössimulation 2027 folgt, sobald Grouper und Preise veröffentlicht sind.
Ihr konkreter Nutzen
- Fallliste je Fachabteilung
- Erlösdelta je Leistungsgruppe
- Entscheidungsvorlage für die Geschäftsführung
Deckungsbeitrag je Engpassstunde berechnen
Erlös, fallvariable Kosten und belegte Zeit je Bereich zusammengerechnet, nicht geschätzt.
Ihr konkreter Nutzen
- Business Case je Bereich
- Sensitivitäten für Taktung, Material und Übernachtungsquote
- Ziel-Kennzahlen
Den ambulanten Pfad ordnen
Von der Fallidentifikation bis zur Nachsorge: ein Pfad, der auf Stunden ausgelegt ist.
Ihr konkreter Nutzen
- Soll-Pfad Aufnahme bis Nachsorge
- Entlasskriterien und Eskalationsweg
- Rollen für Operateur, Anästhesie und Aufwachbereich
Den Engpassbereich auslegen
Kapazität, Personal und Fläche für OP, Katheterlabor, Endoskopie und Überwachung.
Ihr konkreter Nutzen
- Kapazitäts- und Flächenkonzept
- Varianten mit Bewertung
- Investitionsrahmen
Abrechnung und Kostenstellen aufsetzen
Grouperprüfung vorab, §-301-Pfad, Erlösaufteilung — und eine Kostenstelle, die zeigt, ob es trägt.
Ihr konkreter Nutzen
- Abrechnungsprozess mit Verantwortlichem
- Aufteilungsregel Operateur/Anästhesie
- Ambulante Kostenstelle
Umsetzung im Klinikalltag begleiten
In Etappen, mit Kennzahlen ab dem ersten Tag.
Ihr konkreter Nutzen
- Etappenplan
- Kennzahlen-Monitoring ab Tag 1
- Wirkungsnachweis
Aus der Betreiberverantwortung, nicht aus der Theorie.
Wir haben ambulante Zentren gegründet und Kliniken geführt, bevor wir sie beraten haben. Was auf dieser Seite steht, haben wir in der Verantwortung erlebt — inklusive der Fehler.

Jascha Rinke
Geschäftsführer · Gesundheitsökonom MBA
Mitgründer und ehemaliger geschäftsführender Gesellschafter der Praxisklinik im Südpark — einer hochleistungsfähigen ambulanten operativen Einrichtung.
jr@rinke-henssler.de
Philipp Henßler
Geschäftsführer · Gesundheitsökonom MBA
Ehemaliger kaufmännischer Klinikdirektor; kennt Klinik- und MVZ-Alltag aus der Verantwortungsperspektive — mit allen Zielkonflikten zwischen Erlös, Personal und Struktur.
ph@rinke-henssler.deHerausgeber des Fachbuchs «Ambulante Transformation im OP» (MWV) und Hosts des Podcasts SO GEHT AMBULANT. Zum Hybrid-DRG-Deckel 2030: unser Whitepaper.
Andere Fachbereiche, dieselbe Gleichung.
69 Hybrid-DRG nach Fachbereich — und wo dort der zweite Faktor hängt.
Anzahl der 69 Preislistenpositionen 2026
Redaktionelle Zuordnung zu Fachbereichen; Schweregradstufen können einen Bereich mehrfach zählen. Keine Fallzahlen und kein Maß für das wirtschaftliche Potenzial eines Hauses.
Kardiologie & Elektrophysiologie
23Hebel: Laborstunde, Überwachungskonzept, Sachkostenanteil
Viszeralchirurgie & Gastroenterologie
16Hebel: Überwachungsdauer und Übernachtungsquote nach Laparoskopie
Orthopädie, Unfall- & Fußchirurgie
9Hebel: Implantat- und Materialanteil im Bundle
Urologie & Andrologie
7Hebel: Kurze Eingriffe, hohe Frequenz: Wechselzeit
Gynäkologie
6Hebel: Zwei-Tage-Fälle bewusst planen oder vermeiden
Gefäßchirurgie & Gefäßmedizin
4Hebel: Materialintensiv: Sachkostenmanagement
Hämatologie, Onkologie & Biopsien
3Hebel: Ambulante Überwachung und Nachsorge
Pneumologie
1Hebel: Enger Ausschnitt, je Fall im Grouper prüfen
Quelle: Vergütungsliste Anlage 2b, Stand 19.12.2025. Eine bundesweite Fallstatistik 2026 gibt es noch nicht.
Nicht im Katalog 2026
HNO ohne eigenen Leistungsbereich; Routine-Gastroskopie und -Koloskopie nicht pauschal erfasst.
Ab 2027
OPS-Auswahl 2027 steht seit 31.03.2026; Preise und Grouper waren Anfang September 2026 noch nicht veröffentlicht. Ab 2028 sollen — unter Berücksichtigung der Evaluation — Leistungen erfasst werden, die mindestens 1,5 Mio. historische vollstationäre Fälle des Referenzjahres 2023 abbilden, ab 2030 mindestens 2 Mio.; Kurzzeitfallpauschalen zählen mit. Parallel soll sich die Vergütung bis 2030 schrittweise dem AOP-Niveau annähern.
Vertiefend: Ambulantisierung im Krankenhaus · Ambulantes OP-Zentrum planen und betreiben
Was Geschäftsführungen zu Hybrid-DRG wissen wollen.
Drei Themenbereiche — springen Sie direkt zu dem, der Sie gerade beschäftigt.
Katalog & Recht 2026
- Welche Leistungen sind 2026 Hybrid-DRG?
- Der Katalog 2026 umfasst 69 Hybrid-DRG mit 904 OPS-Kodes. Neu bzw. wesentlich erweitert sind Koronarinterventionen, elektrophysiologische Untersuchungen und Ablationen, Schrittmacher- und Defibrillator-Eingriffe, periphere Gefäßinterventionen, laparoskopische Appendektomie und Cholezystektomie sowie Frakturreposition und Osteosynthese. Bestehende Bereiche wie Hernien, Arthroskopien und Arthrodesen wurden ausgeweitet. Verbindlich sind die offizielle OPS-Liste und die Vergütungsliste (Anlage 2b) in der Fassung vom 19.12.2025.
- Was hat sich von 2025 auf 2026 geändert?
- Der Katalog ist von 583 auf 904 OPS-Kodes gewachsen. Neu sind eine stärkere Schweregraddifferenzierung und die Einbeziehung von Fällen mit einer Verweildauer bis zwei Tage. Weil sich GKV-Spitzenverband, DKG und KBV nicht einigten, hat der ergänzte erweiterte Bewertungsausschuss Katalog und Preise festgesetzt (Beschluss vom 11.11.2025). Die Hybrid-DRG-Verordnung von 2023 galt nur für 2024 — eine «Verordnung 2026» gibt es nicht.
- Muss ein Krankenhaus Hybrid-DRG abrechnen, oder gibt es ein Wahlrecht?
- Es gibt kein Wahlrecht. Groupiert ein Fall in eine Hybrid-DRG, darf die Kernleistung nicht alternativ nach EBM oder AOP-Vertrag abgerechnet werden. Das gilt unabhängig davon, ob der Patient ambulant oder mit Übernachtung behandelt wurde. Krankenhäuser rechnen elektronisch nach § 301 mit Aufnahmegrund 12 ab; die Kasse zahlt binnen fünf Tagen.
- Ein OPS steht im Katalog — ist der Fall dann automatisch eine Hybrid-DRG?
- Nein. Der OPS eröffnet nur die Prüfung. Ob der Fall tatsächlich in eine Hybrid-DRG groupiert, entscheidet ein zertifizierter Grouper anhand von ICD-10-GM, allen OPS, Alter, Geschlecht, Verweildauer und Kontextfaktoren. Komorbidität, Kombinationseingriffe oder bestimmte Zusatzentgelt-Konstellationen können die Zuordnung verhindern. Wer erst nach dem Eingriff prüft, entdeckt das auf der Rechnung — deshalb gehört die Grouperprüfung an den Anfang des Pfads.
- Was ist in der Hybrid-DRG-Pauschale enthalten?
- Die Pauschale ist nur einmal je Fall berechnungsfähig und umfasst alles im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Eingriff: OP, perioperative Anästhesie, Labor, intraoperative Histologie, Bildgebung, postoperative Überwachung, Arznei- und Sachmittel einschließlich Implantate, Unterkunft und Verpflegung sowie die Abschlussuntersuchung. Zusatzentgelte sind ausgeschlossen. Erfolgt die Nachbehandlung binnen 21 Tagen im operierenden Krankenhaus, kommen 30 Euro hinzu. Das Pflegebudget bleibt bei Krankenhaus-Hybridfällen unberührt.
- Wie geht es 2027 und 2028 weiter?
- Die OPS-Auswahl für 2027 steht seit der Vereinbarung vom 31.03.2026 und baut auf dem Katalog 2026 auf; Preise und Schweregrade waren Anfang September 2026 noch nicht vereinbart (gesetzliche Frist 15.09.). Ab 2028 sollen — unter Berücksichtigung der Evaluation — Leistungen ausgewählt werden, die mindestens 1,5 Mio. historische vollstationäre Fälle des Referenzjahres 2023 erfassen; ab 2030 sollen es mindestens 2 Mio. sein. Kurzzeitfallpauschalen nach § 17b Abs. 2a KHG werden auf diese Zielgrößen angerechnet. Parallel soll sich die Vergütung bis 2030 schrittweise dem AOP-Niveau annähern. Der erste gesetzliche Evaluationsbericht ist zum 31.12.2026 vorgesehen.
Wirtschaftlichkeit & Betrieb
- Wie groß ist die Erlösdifferenz zur stationären DRG?
- Eine bundesweit gültige Prozentzahl für 2026 gibt es nicht. Die bislang stärkste Abrechnungsanalyse auf AOK-Daten zeigt für ehemals stationäre Fälle des Startkatalogs 2024 im Mittel rund zwei Drittel der früheren stationären Vergütung — fall- und hausabhängig. Umgekehrt wurden Fälle, die zuvor als Krankenhaus-AOP liefen, etwa doppelt so hoch vergütet. Ein belastbares Delta für Ihr Haus braucht den konkreten Grouperfall, den alten DRG-Erlös mit Landesbasisfallwert und Zusatzentgelten sowie die tatsächlich enthaltenen Sachkosten.
- Warum «Deckungsbeitrag je Engpassstunde» statt «Erlös pro Stunde»?
- Weil die Pauschale Material, Implantate, Anästhesie und Überwachung bündelt und ambulante Sachkosten in der Kalkulation 2026 ausdrücklich nicht einbezogen wurden. Wer nur den Erlös je Stunde betrachtet, übersieht, dass ein materialintensiver Eingriff den Deckungsbeitrag verlieren kann, bevor er den Saal verlässt. Die Kennzahl «Deckungsbeitrag je Engpassstunde» rechnet Erlös, fallvariable Kosten und belegte Zeit der knappen Ressource zusammen — und zeigt, was ein dichterer OP-Plan allein nicht zeigt.
- Reicht es, den OP-Plan dichter zu takten?
- In der Praxis nein. Im Sommer 2025 erbrachten 94 % der befragten Häuser Hybrid-Leistungen noch in regulären, primär stationären Strukturen; nur 16 % hatten einen separaten OP-Raum, 14 % getrennte Überwachungsbereiche, 8 % feste Personalpools. Wer in dieser Ausgangslage schneller taktet, verschiebt den Engpass in den Aufwachbereich, die Anästhesie oder die Entlassung. Taktung entsteht davor und danach — in einem Pfad, der auf Stunden ausgelegt ist.
- In welchen Fachbereichen ist der Katalog 2026 besonders breit?
- Nach Breite im Katalog 2026 liegt die Kardiologie mit Elektrophysiologie vorn (23 Hybrid-DRG), gefolgt von Viszeralchirurgie, Proktologie und Gastroenterologie (16), Orthopädie und Unfallchirurgie (9), Urologie (7), Gynäkologie (6) und Gefäßmedizin (4). Diese Reihenfolge misst Preislistenpositionen, nicht Fallzahlen oder Erlösvolumen — eine bundesweite Fallstatistik 2026 existiert noch nicht. HNO hat 2026 keinen eigenen Leistungsbereich.
- Ist Hybrid-DRG dasselbe wie Ambulantisierung?
- Nein. Hybrid-DRG ist ein Vergütungsweg, Ambulantisierung eine Betriebsform. In der AOK-Analyse entfielen 2024 rund 28 % aller betrachteten Fälle des damaligen Startkatalogs auf im Krankenhaus erbrachte Hybrid-DRG-Fälle mit Übernachtung; bezogen nur auf die Krankenhaus-Hybridfälle waren es rund 60 %. Die Daten zeigen die Transformationsaufgabe, nicht, warum die Übernachtung jeweils erforderlich war. Wirtschaftlich trägt das Modell erst, wenn der Betrieb dem Vergütungsweg folgt: kurzer Aufenthalt, getrennter Pfad, eigene Kostenstelle.
- Wer rechnet ab — Operateur oder Anästhesie?
- Nur ein Beteiligter bzw. eine Einrichtung rechnet die Pauschale einmalig ab. Die Aufteilung zwischen Operateur, Anästhesie und weiteren Beteiligten muss vertraglich und organisatorisch geregelt sein; BDA und BDC haben dafür eine unverbindliche Empfehlung veröffentlicht, die unter anderem danach unterscheidet, wer den Aufwachraum betreibt. Ungeklärte Aufteilung ist einer der häufigsten Gründe, warum der Pfad im Alltag hakt.
Zusammenarbeit mit RINKE+HENSSLER
- Wie startet ein Hybrid-DRG-Projekt mit RINKE+HENSSLER?
- Mit einem unverbindlichen Erstgespräch zu Ausgangslage und Dringlichkeit. Meist folgt eine fokussierte Potenzialanalyse auf Ihren §-21-Daten: Grouper-Simulation für 2026 und Potenzialvorschau für 2027 auf Basis der vereinbarten OPS-Auswahl (die Erlössimulation 2027 folgt nach Veröffentlichung von Grouper und Preisen) — sie liegt im Bereich weniger Wochen und liefert der Geschäftsführung eine Entscheidungsgrundlage: welche Fälle betroffen sind, wie groß das Erlösdelta je Leistungsgruppe ist und wo der Engpass liegt.
- Welche Daten brauchen wir dafür?
- Den §-21-Datensatz und, wo vorhanden, Ihre AOP- und Kostenstellendaten. Den Grouperlauf, die Bereinigung und die Zuordnung zu Leistungsgruppen übernehmen wir. Für den Deckungsbeitrag je Engpassstunde erheben wir Prozesszeiten und fallvariable Kosten gemeinsam mit Ihren Bereichen — das ist der Teil, den keine Datenbank ersetzt.
- Was macht der Kardiologie-Rechner, und was kostet er?
- Der Ambulantisierungs-Check Kardiologie ist frei zugänglich. Sie geben Fallzahlen und Ihr heutiges Abrechnungsregime ein und sehen Erlösdelta je Prozedur, Jahreseffekt und Erlös je Laborstunde für Ihr Haus. Die detaillierten Empfehlungen zu Struktur, Prozess und Abrechnung senden wir Ihnen anschliessend per E-Mail. Für andere Fachbereiche rechnen wir dieselbe Logik im Projekt.
- Arbeitet RINKE+HENSSLER auch mit MVZ und Praxiskliniken?
- Ja. Für ambulante Leistungserbringer ist Hybrid-DRG häufig eine Chance: Fälle, die bisher nach EBM oder AOP-Katalog vergütet wurden, werden unter der Pauschale meist besser vergütet — in der AOK-Analyse zum Startkatalog 2024 lagen ehemalige Krankenhaus-AOP-Fälle rund beim Doppelten, vertragsärztliche Ausgaben je Fall stiegen um 43 %. In der Kardiologie gilt das ab 2026 zum Beispiel für die ambulante Koronarangiographie. Die Betriebsfrage ist dort eine andere — Taktung und Prozesse sind meist da, es geht um Grouperfähigkeit, Abrechnungspfad und die Frage, welche Leistungen sich mit der Pauschale tragen.
Stand: 2. September 2026
Katalog, Preise und Rechtsstand ändern sich jährlich; die Vergütung 2027 war zum Stichtag noch nicht vereinbart. Wir aktualisieren diese Seite nach der jeweils neuen Vereinbarung. Alle empirischen und regulatorischen Kennzahlen stammen aus den genannten Quellen. Eigene Rechenbeispiele und redaktionelle Zuordnungen sind sichtbar als schematisch gekennzeichnet — sie sind weder Benchmarks noch Ergebnisversprechen.
- § 115f SGB V — Spezielle sektorengleiche VergütungGesetzestext in der Fassung vom 24.07.2026
- Hybrid-DRG 2026: Leistungskatalog und Vergütung (ergEBA-Beschluss)KBV-Lesefassung, Stand 19.12.2025 — 69 Hybrid-DRG, 904 OPS, Abrechnungsregeln
- Umsetzungsvereinbarung Krankenhaus (GKV-Spitzenverband / DKG)Vom 17.12.2025, gültig 2026 — § 301, Fallzusammenführung, Pflegebudget
- Hentschker et al.: Effekte der Hybrid-DRG-Einführung (AOK-Daten)Monitor Versorgungsforschung, 31.01.2026 — Erlösdelta, Fallzahlen, Übernachtungsquote 2024
- DKI Krankenhaus Barometer 2025Veröffentlicht 29.12.2025, n = 376 — Strukturen, Kostendeckung, Umsetzungsstand
- InEK Abschlussbericht aG-DRG 2026Vom 18.12.2025 — Katalogpotenzial auf historischen Daten, Kalkulationsgrundlagen
Reden wir über Ihre Hybrid-DRG-Fälle.Und über den Betrieb dahinter.
Welche Fälle groupieren, wo Ihr Engpass liegt, was der Pfad davor und danach braucht: In einem ersten Gespräch klären wir, wo Ihr Haus heute steht und welcher Schritt jetzt sinnvoll ist. Unverbindlich.
Ihr Ansprechpartner
Philipp Henßler
Geschäftsführer RINKE+HENSSLER GmbH

Düsseldorf · Kirchheim unter Teck